Wandernde Mauer

Performance in der Feldkircher Marktgasse

2012 beeindruckte das Schweizer Künstlerpaar Glaser/Kunz mit der Installation „Homeless“ in der Johanniterkirche. Die durch Videoprojektionen nahezu lebendig wirkenden Skulpturen waren verstörend nahe an der Realität, sahen sie doch den damals in der Votivkirche in Wien streikenden Asylsuchenden zum Verwechseln ähnlich. Zum 800-Jahr-Jubiläum von Feldkirch sind Daniel Glaser und Magdalena Kunz nun mit einer Performance in der Innenstadt zu Gast.

Am Freitag, den 18. Mai (von 9 bis 17 Uhr) wandert eine Mauer durch die Feldkircher Marktgasse. Diese Mauer ist fast zwei Meter hoch und acht Meter lang. Sie bewegt sich vorwärts, indem sie vorne weitergebaut und hinten demontiert wird. Das Bauunternehmen Hilti+Jehle unterstützt die Performance mit den dafür notwendigen Ziegelsteinen. Eine Gruppe von Lehrlingen des Unternehmens wird die Mauer in Bewegung bringen.

Im Gespräch mit Passanten beleuchtet das Künstlerduo die vielfältigen Facetten von Mauern und Grenzen in unserem Alltag. Die beiden gehen mit konkreten Fragen auf die Leute zu, um zu sehen, was die Konfrontation mit dieser Art von Mauer bei ihnen auslöst. Das Ganze wird filmisch dokumentiert. Ziel der Performance ist es, natürliche Grenzen und Mauern aufzuzeigen, mit denen wir uns tagtäglich umgeben. Die paradoxe Intervention des zeitgleichen Auf- und Abbauens der Mauer soll dies bewusstmachen.

Nach Zürich, Wil und Feldkirch soll das Projekt „Wandernde Mauer“ noch in weiteren Städten Station machen. Glaser/ Kunz produzieren eine ausführliche Dokumentation mit den Reaktionen der Passanten und den Kommentaren dazu. Der Film wird Anfang November in der Johanniterkirche gezeigt.

Glaser/ Kunz
Daniel Glaser, geb. 1963, hat Philosophie, Biologie, Kunstgeschichte und Film studiert. Magdalena Kunz, geb. 1972, hat Architektur und Kunst studiert. Das Künstlerduo lebt und arbeitet in Zürich.

Wandernde Mauer, Performance, Freitag 18.5. – 9 bis 17 Uhr ,
Marktgasse Feldkirch

Grenzen als Schwerpunkt-Thema zum Stadtjubiläum

Auch in der 800-jährigen Geschichte von Feldkirch spielen Grenzen eine zentrale Rolle. Feldkirch wurde 1218 von den Montfortern aufgrund der verkehrspolitischen Bedeutung des Ortes gegründet. 1390 erwarben die Habsburger die Stadt, um eine Brücke zwischen ihre Besitzungen zu schlagen. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde Feldkirch für viele Menschen wiederum zum Symbol für den erhofften Grenzübertritt in die rettende Schweiz.

Weitere Projekte der Johanniterkirche im Jubiläumsjahr Feldkirch 800:
Samstag, 16. Juni – 16 bis 21 Uhr
Museum Kolumba zu Gast in Feldkirch – Performance zu Martin Frommelts „Schöpfungsgeschichte“ in der Johanniterkirche

15. Sept. bis 23. Dez. Jun Tomita – Ausstellung mit Teppichkunst aus Japan in der Johanniterkirche