Seit 1995 gibt es in der Johanniterkirche Feldkirch ein Ausstellungsprogramm für zeitgenössische Kunst. Mit dem Antritt von Kurator Arno Egger wurde 2010 dafür ein eigener Verein gegründet. Dieser beendet Ende 2026 seine Ausstellungstätigkeit, weil die Stadt Feldkirch ihre strukturelle Unterstützung ab 2027 auslagert.
Über 30 Jahre Kunstinstallationen
Im 32. Jahr des Bestehens des Kunstraumes werden noch zwei Ausstellungen realisiert. Derzeit ist die Glasskulptur von Michael Hirschbichler zu sehen. Ab Juni ist eine Installation von Mathias Kessler geplant. Danach wird sich der Verein auflösen, weil die neuen Rahmenbedingungen keine qualitätsvolle Arbeit mehr garantieren, sagt Kurator Arno Egger: „Wir waren grundsätzlich sehr glücklich über die einzigartige Kooperation mit der Diözese Feldkirch und der Stadt Feldkirch, die diesen Kunstraum ermöglicht hat. Mit geringen finanziellen Mitteln und Ressourcen auskommen zu müssen, ist für uns nichts Neues. Wir leisten schon seit vielen Jahren trotzdem bedeutende Kulturarbeit. Das zeigen nicht nur unsere außergewöhnlichen Projekte mit regionalen und internationalen Künstler:innen. Auch die Besucherzahlen sprechen für den Zauber dieses einzigartigen Kunstraumes.“
Fortbestand des Kunstraums nicht mehr möglich
Die Stadt Feldkirch hat bisher fünf Kulturvereine durch das Büro des Kulturreferats mit Leistungen in der Verwaltung unterstützt. Wir sind jetzt darüber informiert worden, dass die betroffenen Kulturvereine sich diese Infrastruktur künftig selbst organisieren müssen und dabei nur noch finanziell unterstützt werden. Für die Johanniterkirche im Speziellen bedeutet das, dass wir nicht nur unsere Büroleistungen verlieren, sondern auch unsere Aufsichtspersonen nicht mehr beschäftigen können, die bisher über die Stadt angestellt waren. Der Aufwand und die Organisation für Personal und Verwaltung würden in der neuen Situation unsere Möglichkeiten als kleiner Verein übersteigen. Der weitere Betrieb ist daher nicht mehr zu bewältigen. Seit vielen Jahren arbeitet ein engagiertes Team an einem anspruchsvollen Ausstellungprogramm, bei dem sich alle weit über das erwartbare und zum Teil ertragbare Maß hinaus für die Sache einsetzen: Kurator, technischer Aufbau, Fotografie, Text etc.
Kurzsichtige und realitätsfremde Entscheidung
Für uns als Johanniterkirche ist die Auslagerung der Infrastruktur nicht nachzuvollziehen, sagt Arno Egger: „Budgetkürzungen hinzunehmen ist die eine Sache, aber Strukturen, die über 30 Jahre gewachsen sind unter dem Titel Sparmaßnahmen aufzulösen, ist kurzsichtig und realitätsfremd. Dieser Rückzug der Stadt gefährdet die Existenz des Kunstraumes. Wir sehen uns nicht in der Lage, das Ausstellungprogramm unter diesen Bedingungen aufrecht zu erhalten. Wir sind sogar der Meinung, dass gerade in unsicheren Zeiten mehr in Kunst investiert werden sollte statt weniger. Denn wie Picasso so treffend sagte: ´Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele.´“